Was ist der Unterschied zwischen binären und klassischen Optionen

Was sind Optionen?

Optionen sind Finanzinstrumente, die einem Marktteilnehmer ein Recht einräumen, dass an ein bestimmtes Ereignis geknüpft ist. In der Regel unterliegt eine Option einem Basiswert. Der Basiswert kann eine der vielfältigen Vermögensklassen sein: Aktien, Rohstoffe, Anleihen oder Währungen. Die Option ist ein Derivat, welches den Kurs des Basiswertes widerspiegelt.

Sie stammen aus der Kategorie der Terminwarengeschäfte und wurden in der Vergangenheit zur Absicherung von Preisschwankungen genutzt. Zunächst ging es dabei hauptsächlich um den Handel mit Rohstoffen, wie beispielsweise Getreide. Sowohl der Farmer, als auch der Händler hatten die Möglichkeit sich gegen Preisschwankungen abzusichern. Es gibt in der Regel zwei unterschiedliche Arten von Optionen:

  • Die Call-Option (Kaufoption)
  • Die Put-Option (Verkaufsoption)

Beide Arten sollen anhand des oben genannten Beispiels erläutert werden. Der Käufer einer Kaufoption erwirbt das Recht den Basiswert an einem bestimmten Stichtag
der innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens käuflich erwerben zu können. Sollte er am Stichtag oder allgemein vom Kauf absehen, so verfällt sein Optionsrecht. Der Getreidehändler erwirbt beispielsweise im März eine Option, eine Unze Getreide zu einem fiktiven Preis von 25 Euro am 30.06. zu erwerben. Sollte am 30.06. aufgrund eines Ernteausfalls der Preis von Getreide pro Unze bei 35 Euro liegen, so kann der Käufer sein Recht wahrnehmen und den günstigeren Preis erhalten. Ist die Ernte überraschend gut ausgefallen, so kann er die Option verfallen lassen und das Getreide zum regulären Preis von 20 Euro erwerben.

Die Verkaufsoption hingegen ermöglicht dem Käufer eine bestimmte Menge des zugrundeliegenden Basiswertes zu einem vereinbarten Preis am Stichtag zu verkaufen. Der Farmer könnte also im März eine Verkaufsoption auf Getreide erwerben, die ihm das Recht einräumt eine Unze Getreide zu einem Preis von 25 Euro pro Unze zu verkaufen. Er sichert sich somit einen festen Abnahmepreis für sein Getreide.

Die Struktur der klassischen Optionen

Die Optionen haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und werden mittlerweile nicht nur mehr zur Sicherung von Rohstoffen genutzt, sondern eben auch zur Sicherung von Finanzinstrumenten, wie Aktien und Währungen. Der Einsatzbereich der klassischen Optionen hat sich dahingehend erweitert, dass neben der Risikoabsicherung auch die Spekulation eine wichtige Rolle spielt. Aktienhändler erwerben Optionen zur Absicherung der Risiken in Form des Hedging, während die andere Vertragspartei sich einen Gewinn durch die Ausgabe der Option erhofft. Die Interessen der beiden Vertragspartner sind daher stets entgegengesetzt. Die eine Partei hofft darauf, dass beispielsweise im Rahmen einer Call-Option, der Kurs des Basiswertes unter dem vereinbarten Kurses liegt. Durch den Erwerb des Vermögenswertes zu einem günstigeren Preis erhält er einen sofortigen Profit (Arbitrage). Liegt der Kurs über dem vereinbarten Preis, wird er die Kaufoption sicherlich nicht wahrnehmen. Der Ausgeber der Option profitiert in diesem Fall von dem Kaufpreis der Option, welcher in diesem Fall seinen Gewinn darstellt.

Die Struktur der binären Option

Der Unterschied zwischen binären und klassischen Optionen ist gravierend. Während die klassischen Optionen ein Wahlrecht verkörpern, dass beim Eintritt eines bestimmten Ereignisses, wahrgenommen wird, hängt der Erfolg einer binären Option lediglich vom Eintritt eines Ereignisses ab. Die Binäre Option kann lediglich zwei Zustande annehmen: 1 und 0, ähnlich wie beim digitalen Muster eines Rechners. Bei einer 1 ist das zu erwartende Ereignis eingetreten und der Käufer der Option wird entlohnt. Sollte das Ereignis nicht eingetreten und das Ergebnis der Option somit 0 sein, so erhält der Vertragspartner, in diesem Fall der Broker, das eingesetzte Kapital.Binary_options

Unabhängig davon, welcher Basiswert der Option zugrunde liegt, geht es stets darum, dass der Kurs des Basiswertes ein bestimmtes Niveau erreicht bzw. überschritten hat. Eine Call-Option zielt darauf ab, dass der Kurs des Basiswertes ein bestimmtes Niveau erreicht und überschreitet. Bei einer Knock-In-Option kann der Kurs das bestimmte Niveau ggf. erreichen, bei einer Knock-Out-Option hingegen muss er es überschreiten und darf es nicht berühren. Selbes Prinzip bei einer Put-Option, die auf einen fallenden Kurs abzielt.

Der gravierende Unterschied zwischen binären und klassischen Optionen besteht darin, dass es keinen nominal skalierbaren Erfolg gibt, sondern nur die Verwirklichung des Ereignisses oder die Fehleinschätzung. Der Profit der jeweiligen Option hängt somit nicht vom tatsächlichen Kurs zum vereinbarten Zeitpunkt ab, sondern wir zuvor bereits mit dem Broker abgesprochen. Die Renditen bei Binären Optionen können stark variieren, liegen in den meisten Fällen jedoch zwischen 85 und 200 Prozent.

Wie unterscheidet sich der Handel

Der Unterschied zwischen binären und klassischen Optionen bezieht sich nicht nur auf die unterschiedlichen Konstruktionen, sondern macht sich auch beim Handeln deutlich bemerkbar. Während bei den klassischen Optionen eine ständige Marktbeobachtung vorausgesetzt wird, kann der Händler von Binären Optionen seine Handelsentscheidung nicht mehr rückgängig machen. Ist die Option erst einmal abgesetzt, braucht er erst wieder aktiv werden, wenn die Laufzeit der Option abgelaufen ist. Ein weiter erheblicher Unterschied zwischen binären und klassischen Optionen besteht darin, dass der Handel mit Binären Optionen hauptsächlich außerhalb der regulären Börsen stattfindet. software-557603_640Klassische Optionen werden an den offiziellen Börsenplätzen, wie der EUREX in Frankfurt gehandelt. Binäre Optionen hingegen werden lediglich bei privaten Brokern gehandelt. Der Handelspartner ist der Broker selber und es besteht kein direkter Vertragspartner. Hierin liegt begründet, warum viele Unwissende Binäre Optionen als Finanzwette bezeichnen. Der Handel von Binären Optionen ist deshalb keine Wette, weil der Erfolg von den klassischen Prinzipien des Börsenhandel abhängt. Es bedarf eines Grundverständnisses der Börsen und der Prinzipien der Chartanalyse. Der Vorteil des Handels mit Binären Optionen liegt darin, dass der Händler keine Ausstiegsziele definieren muss, sowie es beim regulären Handel notwendig wäre. Er kann anhand fundamentaler Daten und technischer Indikatoren darüber entscheiden, welchem Ereignis er die größere Eintrittswahrscheinlichkeit zurechnet. Ist er der Meinung, dass der Kurs ansteigen wird, so muss er sich lediglich für eine Call-Option entscheiden.

Fazit

Der Unterschied zwischen binären und klassischen Optionen besteht vor allem in der Struktur der jeweiligen Option. Während bei der klassischen Option zwei Vertragspartner im Rahmen der Börse zusammengebracht werden, besteht bei der Binären Option lediglich ein Vertragsverhältnis zwischen einem Broker und dem Händler. Klassische Optionen werden sowohl zur Spekulation, aber auch zur Absicherung von Risiken eingesetzt, während die Binären Optionen einen rein spekulativen Charakter haben. Die Binären Optionen erleichtern den Handel für spekulative Händler, da kein Eintritts- und Austrittszeitpunkt gewählt, sondern lediglich eine Marktrichtung und Zeitraum bestimmt werden müssen.