Visa betritt den Krypto-Raum

Während die Krypto-Revolution voranschreitet, haben die großen Kreditkartenunternehmen einen seltsam zurückhaltenden Ansatz für ihre Entwicklung beibehalten. Jetzt scheint Visa bereit zu sein, den Raum zu betreten, nachdem Visa kürzlich erhebliche Investitionen in Blockchain-Startups getätigt und Pläne für das Angebot von Finanzdienstleistungen, die die Technologie nutzen, bekannt gegeben hat. Diese Schritte sind ein klares Zeichen dafür, dass das weltweit größte Zahlungsnetzwerk die Tatsache akzeptiert hat, dass Kryptowährungen heute ein fester Bestandteil der globalen Finanzlandschaft sind.

Visa hat die Entwicklung der Kryptowährungen nicht ganz ignoriert. Sie hat ihre Entwicklung aufmerksam verfolgt und eine Reihe von Patenten im Zusammenhang mit der Blockchain eingereicht. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass er zusammen mit anderen Zahlungsabwicklern deren Verwendung nicht unterstützt. Vor allem der Kauf von Kryptowährungen, wie Bitcoin, mit Visa-Karten ist in weiten Teilen der Welt eingeschränkt und wird, wo erlaubt, als „hohes Risiko“ eingestuft. Außerdem zögerte das Unternehmen, mit Börsen und Wallets zusammenzuarbeiten, um kryptoverknüpfte Debitkarten zu erstellen, obwohl in einigen Fällen solche Karten ausgegeben wurden.

Jetzt könnte Visa seine Position ändern. Sie hat gerade eine Investition von 40 Millionen Dollar in Anchorage angekündigt, ein Blockchain-Startup, das sich auf Krypto-Custody spezialisiert hat. Anchorage beabsichtigt, Custody-Lösungen zu schaffen, die über die reine Kühllagerung hinausgehen, den Kunden aber auch mehr Flexibilität bei der Verwaltung ihrer Fonds bieten. Vielleicht beabsichtigt Visa, in diesem Prozess eine Rolle zu spielen.

Anfang dieses Jahres kündigte Visa auch die Einführung von B2B Connect an, einem blockkettenbasierten internationalen Zahlungsdienst. Ähnlich wie Ripple’s xRapid oder IBM’s Stellar-basierte Blockchain World Wire wird B2B Connect den grenzüberschreitenden Fiat-Transfer erleichtern, wobei der Schwerpunkt auf Geschäftskunden liegt. Anstatt eine öffentliche Blockchain zu verwenden, wird der Dienst von Visa Hyperledger Fabric verwenden. Visa ist bekannt dafür, mit IBM auf der Plattform zusammenzuarbeiten, was angesichts des eigenen Ausflugs von Big Blue in diesen Sektor seltsam ist.

Inwieweit Visa mit diesen neuen Vorhaben erfolgreich sein kann, wird diskutiert. Kritiker behaupten seit langem, dass Custody-Lösungen ein unnötiger und kostspieliger Service sind, der wenig zusätzliche Sicherheit für die Aufgabe der Speicherung von Kryptowährungen bietet. Auch die langfristige Tragfähigkeit von Fiat-Transferdiensten wird seit langem von Krypto-Puristen in Frage gestellt, da eine Massenadoption das Fiat obsolet machen kann. Dennoch bringt Visa ein hohes Maß an unbestrittener Erfahrung und Vertrauen in diese neuen Geschäftsanwendungen ein, die in den Augen einer skeptischen Öffentlichkeit den Ausschlag geben könnten.

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Es gibt also die sehr reale Tatsache, dass der Eintritt von Visa in den Krypto-Raum dem Ruf von Blockchain-Anlagen eine gewisse Legitimität verleiht. Unabhängig davon, ob es mit seinen aktuellen Plänen erfolgreich ist oder nicht, ist der Schritt von Visa ein weiterer Hinweis darauf, dass traditionelle Finanzinstitute die Technologie der verteilten Ledger ernst nehmen.

Vor allem die Führungskräfte von Visa verstehen deutlich, welche Bedrohung die Kryptowährung für ihr Kerngeschäftsmodell darstellt, nämlich die Erleichterung elektronischer Debit- und Kreditkartenzahlungen. In Kürze werden Kryptooptionen auf praktisch jedem Point-of-Sale Terminal der Welt verfügbar sein. Händler werden ihre Nutzung fördern, um zu vermeiden, dass die teuren Transaktionsgebühren von Visa bezahlt werden. Obwohl Visa noch keine klare Antwort auf diese Herausforderung gefunden hat, zeigen diese neuen Angebote vielleicht, dass das Unternehmen versteht, dass es neue Einnahmequellen finden muss, wenn es langfristig überleben will.

Von Trevor Smith –

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